{"id":42187,"date":"2026-10-14T15:46:00","date_gmt":"2026-10-14T15:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cpsl.com\/?p=42187"},"modified":"2026-10-14T15:48:53","modified_gmt":"2026-10-14T15:48:53","slug":"menschliches-fachwissen-im-mittelpunkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cpsl.com\/de\/menschliches-fachwissen-im-mittelpunkt\/","title":{"rendered":"Die EU-KI-Verordnung und mehrsprachige Inhalte: Menschliches Fachwissen im Mittelpunkt"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Seit dem 2. August 2026 gelten unter der EU-KI-Verordnung neue Transparenz-Anforderungen bez\u00fcglich bestimmter Anwendungen von KI-generierten Inhalten. Was bedeutet das f\u00fcr die mehrsprachige Kommunikation in Ihrem Unternehmen?<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Was war zuerst da &#8211; das Huhn oder das Ei? Im Vergleich zur rasanten Entwicklung der Technologie braucht es \u00fcblicherweise etwas l\u00e4nger, bis die dazugeh\u00f6rige Regulierung entwickelt und umgesetzt wird. Damit einher geht die Herausforderung, bereits bestehende KI-L\u00f6sungen zu regulieren und gleichzeitig weiteren Innovationen nicht im Wege zu stehen. Mit der Verabschiedung der EU-KI-Verordnung f\u00fchrt Europa eines der ersten umfassenden Rahmenwerke f\u00fcr k\u00fcnstliche Intelligenz weltweit ein. Die europ\u00e4ische KI-Verordnung verfolgt einen risikobasierten Ansatz, legt unterschiedliche Anforderungen f\u00fcr verschiedene Arten von Systemen fest und verbietet bestimmte Praktiken. Was bedeutet das nun f\u00fcr Unternehmen, die KI zur Erstellung mehrsprachiger Inhalte verwenden?<\/em><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit den neuen KI-Tools haben sich schnell neue Anwendungsf\u00e4lle ergeben, die aber auch mit neuen Risiken einhergehen. Ab 2024 hat die EU schrittweise die EU-KI-Verordnung umgesetzt. Dabei sind die ab 2.\u00a0August 2026 in Kraft getretenen Transparenzanforderungen der bisher letzte wichtige Meilenstein. Wir sind als Sprachdienstleister im Bereich <a href=\"https:\/\/www.cpsl.com\/de\/leistungen\/ki-intelligente-maschinelle-ubersetzung\/\">\u00dcbersetzung<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.cpsl.com\/de\/leistungen\/ki-stimmen\/\">Multimedia<\/a> t\u00e4tig und integrieren KI, Automatisierung und menschliches Fachwissen in unsere Lokalisierungsworkflows. Daher m\u00f6chten wir beleuchten, was der Einsatz von KI in Workflows f\u00fcr mehrsprachige Inhalte aus rechtlicher, Governance- und Qualit\u00e4tsperspektive bedeutet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KI hat die Art und Weise ver\u00e4ndert, wie mehrsprachige Inhalte verarbeitet werden. Ver\u00e4ndert die Einhaltung der KI-Verordnung nun diese Regeln?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">KI hat es erm\u00f6glicht, mehrsprachige Arbeitsabl\u00e4ufe und Automatisierungen zu schaffen, die Aktualisierungen von Websites und E-Commerce-Plattformen beschleunigen und einen schnelleren Informationsaustausch erm\u00f6glichen. Doch mit der zunehmenden Verbreitung von KI m\u00fcssen Unternehmen auch ber\u00fccksichtigen, wie sich diese Arbeitsabl\u00e4ufe in die EU-KI-Verordnung und deren risikobasierten Ansatz einf\u00fcgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=CELEX%3A32024R1689\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verordnung (EU) 2024\/1689<\/a> werden KI-Systeme nach ihrem Risiko eingestuft, wobei f\u00fcr jede Risikogruppe verschiedene Anforderungen gelten. Praktiken mit inakzeptablem Risiko sind verboten, w\u00e4hrend Systeme mit hohem Risiko strengeren Anforderungen unterliegen, da sie erhebliche Risiken f\u00fcr Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechte darstellen k\u00f6nnen. Alle \u00fcbrigen KI-Anwendungen werden niedrigeren Risikogruppen zugeordnet, die weniger Anforderungen erf\u00fcllen m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr mehrsprachige Arbeitsabl\u00e4ufe ist die <a href=\"https:\/\/digital-strategy.ec.europa.eu\/de\/policies\/guidelines-ai-transparency-obligations\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Transparenz<\/a> besonders relevant. Artikel 50 f\u00fchrt ab dem 2. August 2026 spezifische Transparenzpflichten f\u00fcr bestimmte KI-Systeme und KI-generierte Inhalte ein. Nutzer m\u00fcssen beispielsweise informiert werden, wenn sie direkt mit KI interagieren und es muss sichergestellt werden, dass bestimmte KI-generierte oder von der KI bearbeitete Inhalte identifiziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was sagt die KI-Verordnung \u00fcber KI-generierte Texte?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schwerpunkt verschiebt sich nunmehr von \u201eKann KI diese Inhalte erstellen oder \u00fcbersetzen?\u201c zu \u201eWas passiert vor der Ver\u00f6ffentlichung?\u201c. Gem\u00e4\u00df Artikel 50 Absatz 4 m\u00fcssen Betreiber von KI-Systemen, die Texte zur Information \u00fcber Angelegenheiten von \u00f6ffentlichem Interesse generieren oder bearbeiten, offenlegen, dass der Inhalt k\u00fcnstlich erstellt oder bearbeitet wurde. Eine Ausnahme kommt dann zur Anwendung, wenn die Inhalte einer menschlichen \u00dcberpr\u00fcfung oder <a href=\"https:\/\/www.cpsl.com\/de\/leistungen\/post-editing\/\"><strong>einer redaktionellen Kontrolle<\/strong><\/a> unterzogen wurden und eine nat\u00fcrliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der bedeutende Unterschied: KI-generierte Inhalte vs. von Menschen \u00fcberpr\u00fcfte Inhalte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Somit kommt der \u201emenschlichen \u00dcberpr\u00fcfung\u201c eine besondere Bedeutung zu. Es geht nicht lediglich darum, auf \u201eAnnehmen\u201c zu klicken, oberfl\u00e4chliche Rechtschreibpr\u00fcfungen \u00fcber den Text laufen zu lassen oder Grammatikfehler zu korrigieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <a href=\"https:\/\/digital-strategy.ec.europa.eu\/de\/faqs\/transparency-obligations-under-article-50-ai-act\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europ\u00e4siche Kommission stellt klar, dass eine menschliche \u00dcberpr\u00fcfung<\/a> eine sorgf\u00e4ltige Pr\u00fcfung des Textinhalts durch Personen mit einschl\u00e4gigem Fachwissen und professionellen Urteilsverm\u00f6gen bedeutet. Eine redaktionelle Kontrolle bedeutet auch, die Befugnis zu haben, Texte aus inhaltlichen Gr\u00fcnden zu genehmigen, zu \u00e4ndern oder abzulehnen. Dazu geh\u00f6ren auch Faktenchecks und die Beurteilung der Vertrauensw\u00fcrdigkeit von Quellen. Oberfl\u00e4chliche oder herk\u00f6mmliche Kurzpr\u00fcfungen wie Rechtschreib- oder Grammatikkorrekturen gelten nicht als menschliche \u00dcberpr\u00fcfung oder redaktionelle Kontrolle. Mit anderen Worten: Das menschliche Urteilsverm\u00f6gen muss, wenn es wirklich sinnvoll sein soll, in den Arbeitsablauf integriert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Menschliche \u00dcberpr\u00fcfung: Sicherstellen von koh\u00e4renten Inhalten, Rechenschaftspflicht und Einhaltung der KI-Verordnung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der nun dank KI schnelleren Erstellung von Inhalten stellt sich die Frage, an welcher Stelle die menschliche Urteilskraft in den Arbeitsablauf einflie\u00dft. Allerdings geht es nicht nur um die Sicherstellung der sprachlichen Qualit\u00e4t. Die menschliche \u00dcberpr\u00fcfung spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle der Zuverl\u00e4ssigkeit von KI-generierten Inhalten, der Identifizierung irref\u00fchrender oder ungenauer Informationen, der Beurteilung der Vertrauensw\u00fcrdigkeit von Quellen und der Sicherstellung, dass die endg\u00fcltige Botschaft f\u00fcr die Zielgruppe geeignet ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei mehrsprachigen Inhalten kombiniert man hierbei also Sprachkompetenz mit Faktencheck, Fachwissen und redaktioneller Urteilskraft. Hier kommt der KI-Governance eine besondere Bedeutung zu: Unternehmen m\u00fcssen nicht nur verstehen, was die KI produziert, sondern auch, wer ihre Ergebnisse \u00fcberpr\u00fcft, wer ihre Ver\u00f6ffentlichung genehmigt und wer letztendlich die Verantwortung f\u00fcr die Informationen \u00fcbernimmt, die \u00fcber verschiedene Sprachen und M\u00e4rkte hinweg kommuniziert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>KI-Transparenz bei Markenbotschaften: ein Risiko oder eine Chance?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Untergr\u00e4bt oder st\u00e4rkt es das Vertrauen, wenn das Zielpublikum erf\u00e4hrt, dass die KI eingesetzt wurde? Transparenz kann Vertrauen aufbauen, wenn das Zielpublikum versteht, an welcher Stelle die KI hinzugezogen wurde und wer das Endergebnis gegenliest, \u00e4ndert, ablehnt oder genehmigt. Aber damit es noch nicht getan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">KI-Wasserzeichen k\u00f6nnte man k\u00fcnftig auch h\u00e4ufiger begegnen. Im August 2026 <a href=\"https:\/\/www.anthropic.com\/news\/claude-text-watermark\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">k\u00fcndigte Anthropic an, dass zuk\u00fcnftige Claude-Modelle Wasserzeichen im Text verwenden w\u00fcrde<\/a>, um festzustellen, ob Claude an der Erstellung von Texten einschlie\u00dflich deren \u00dcbersetzung beteiligt war. Das Wasserzeichen ist so beschaffen, dass es f\u00fcr Leser unsichtbar ist und der Inhalt selbst nicht ver\u00e4ndert wird. F\u00fcr Unternehmen stellt sich damit die wichtige Frage: Werden Transparenz und menschliche Rechenschaftspflicht durch die leichtere Erkennung KI-generierter Inhalte und die Offenlegungspflicht ein integraler Bestandteil der Content-Strategie?<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Verwirrt? Vertrauen Sie beim Thema KI-Compliance auf den hybriden Ansatz von CPSL: Unsere Erfahrung mit Automatisierung, Post-Editing maschineller \u00dcbersetzungen (MTPE) und KI-Arbeitsabl\u00e4ufen, kombiniert mit menschlicher Erfahrung und Standards wie ISO 18587, hilft Unternehmen dabei, Effizienz mit Qualit\u00e4t, gr\u00fcndlicher Kontrolle und Rechenschaftspflicht in Einklang bringen. Durch die stetige Weiterentwicklung von KI-Vorschriften besteht der richtige Ansatz darin, Innovation mit der richtigen Kontrollstruktur und der menschlichen \u00dcberpr\u00fcfung zu verbinden. <a href=\"https:\/\/www.cpsl.com\/de\/kontakt\/\">Sprechen Sie uns an<\/a>.<\/strong><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem 2. August 2026 gelten unter der EU-KI-Verordnung neue Transparenz-Anforderungen bez\u00fcglich bestimmter Anwendungen von KI-generierten Inhalten. Was bedeutet das f\u00fcr die mehrsprachige Kommunikation in Ihrem Unternehmen? 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