{"id":8030,"date":"2018-09-21T09:51:35","date_gmt":"2018-09-21T08:51:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cpsl.com\/?p=8030"},"modified":"2023-09-27T10:53:57","modified_gmt":"2023-09-27T10:53:57","slug":"technische-dokumentation-4-0-bereitstellung-von-inhalten-in-der-vierten-industriellen-revolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cpsl.com\/de\/technische-dokumentation-4-0-bereitstellung-von-inhalten-in-der-vierten-industriellen-revolution\/","title":{"rendered":"Technische Dokumentation 4.0: Inhalte &#038; Industrie 4.0"},"content":{"rendered":"<p><em>In einem Artikel der <a href=\"https:\/\/www.atanet.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">American Translators Association<\/a> vom Juli 2013 wird darauf verwiesen, dass technische Handb\u00fccher in einem objektiven Ton geschrieben werden sollten, ohne dabei die Meinung des Autors abzubilden. So hei\u00dft es im Artikel: \u201eWenn ein technischer Text sachgem\u00e4\u00df verfasst wird, enth\u00e4lt er keinerlei Verweis auf den Autor oder dessen Subjektivit\u00e4t\u00a0&#8230; Er muss weder unterhaltsam, noch sch\u00f6n oder inspirierend sein\u00a0&#8230; Texte dieser Art sind so zu verfassen, dass sie genau einer Anforderung gerecht werden: der Effizienz\u201c (ATAnet.org, Juli 2013).<\/em><\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die heutige Zeit gilt, dass Effizienz bei der \u00dcbertragung technischer Inhalte wichtiger denn je ist. Die Industrie befindet sich an der Schwelle der vierten industriellen Revolution &#8211; oder Industrie 4.0, wie es die deutsche Regierung in ihrer Hightech-Strategie 2020 erstmals nennt. Mit der Weiterentwicklung des Internets entsteht durch die zunehmende Verflechtung der realen Welt und der virtuellen Welt das \u201eInternet der Dinge\u201c. Zu den wesentlichen Merkmalen dieser Industrieproduktion geh\u00f6ren die flexibilisierte Massenproudktion und die Zusammenf\u00fchrung von Produkten und Dienstleistungen zu hybriden Produkten (Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung, 2014).<\/p>\n<p>Allerdings ist die technische Dokumentation bei dieser Entwicklung etwas zur\u00fcckgefallen. Im Gegensatz zu Industrie 4.0 und intelligenten Fabriken &#8211; wo die rasche Entwicklung neuer Technologien mit der Nutzererfahrung innovativer Produkte einhergeht &#8211; hat sich im Bereich der technischen Inhalte wenig ge\u00e4ndert, sodass diese \u00fcberholt und wirkungslos werden. Inzwischen werden neue Methoden der inhaltlichen Aufbereitung und Verteilung entwickelt und umgesetzt, um den Marktbed\u00fcrfnissen gerecht zu werden und die Effizienz der angebotenen Produkte und Dienstleistungen zu verbessern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Gezielter Zugriff in einem \u201eEverything as a Service\u201c-System<\/strong><\/h3>\n<p>Eine wesentliche \u00c4nderung, die Industrie 4.0 mit sich bringt, ist der Wandel von Produkten zu Dienstleistungen. Produkte und Dienstleistungen werden von Unternehmen nun auch zunehmend als Abonnement-Dienst angeboten, Beispiele daf\u00fcr sind Saas (Software as a Service) oder Flugzeugtriebwerke (<a href=\"https:\/\/www.ajw-group.com\/parts\/components\/power-by-the-hour\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Power-by-the-Hour<\/a>). Damit soll insbesondere die Einsatzzeit von Servicetechnikern reduziert werden, was zum Teil \u00fcber die Zeitverk\u00fcrzung f\u00fcr das Auffinden der richtigen Informationen f\u00fcr eine bestimmte Aufgabe erm\u00f6glicht wird (hs-karlsruhe.de, September 2017). Um gezielt auf wichtige Inhalte zugreifen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen die Informationen auf andere Art und Weise bereitgestellt werden. Die Wertsteigerung l\u00e4sst neue Gesch\u00e4ftsmodelle entstehen, wie IaaS (Information as a Service). Hierbei zahlen die Kunden f\u00fcr den Erhalt zus\u00e4tzlicher Inhalte oder h\u00f6herwertiger Metadaten (timesofcloud.com, 1. Januar 2018).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.cpsl.com\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/city-3213676_1920-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-7872\" src=\"http:\/\/www.cpsl.com\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/city-3213676_1920-1-1024x379.jpg\" alt=\"Industry 40 CPSL technical writing\" width=\"660\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Intelligente Fabriken, dumme Dokumentation <\/strong><\/h3>\n<p>Eine weitere Neuentwicklung ist die intelligente Fertigungslinie. Dieses Zukunftsmodell der Fertigung ohne Flie\u00dfband st\u00fctzt sich auf halbautonome Bauteile, die anhand standardisierter Protokolle miteinander kommunizieren. Soll ein Bauteil ge\u00e4ndert oder hinzugef\u00fcgt werden, kann sich die gesamte Fertigungslinie automatisch auf die neuen Gegebenheiten einstellen (psi.de, 1. Juni 2018). W\u00e4hrend diese fortschrittliche Kommunikation von Maschine zu Maschine bereits existiert, sind die digitalen Handb\u00fccher f\u00fcr diese Komponenten statisch und unflexibel \u2013 und das, obwohl sie sich aufgrund der unkomplizierten Begriffe und der einfach Sprache sowie durch die hohe Aktualisierungsfrequenz bestens f\u00fcr die automatische Erstellung von Inhalten eignen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Intelligente Informationen<\/strong><\/h3>\n<p>In den letzten Jahren geht es im Bereich der technischen Dokumentation immer h\u00e4ufiger um \u201eintelligente Informationen\u201c. Als L\u00f6sungsansatz f\u00fcr die dynamische Bereitstellung von Inhalten beschreibt dieser Begriff modulares Material, das in abgeschlossene Themenbereiche aufgeteilt und mit klassifizierenden Metadaten angereichert wird (tekom.de, 2017). So wird der pr\u00e4zise Zugang zu Informationen m\u00f6glich und erleichtert die Integration in datengesteuerte Prozesse \u2013 wie eine vorausschauende Wartung, die den jeweils notwendigen Servicevorgang veranlasst und diesen nach Maschinenart, betroffenem Bauteil und Zielgruppe filtert (hs-karlsruhe.de, September 2017).<\/p>\n<p>Ein \u00dcbersetzungsspeicher, in den die Lokalisierung von Inhalten und \u00dcbersetzungsl\u00f6sungen im Rahmen eines Content-Management-Workflows integriert werden, kann bei der Erstellung und Feinjustierung verschiedener Sprachversionen eines Artikels hilfreich sein. Auch die neuronale Maschinen\u00fcbersetzung \u2013 eine Revolution der F\u00e4higkeit der Computer, nat\u00fcrliche Sprache zu verstehen und wiederzugeben, besonders mit der Anwendung tiefer neuronaler Netzwerke wie Google Voice Search, WaveNet, und jetzt <a href=\"https:\/\/ai.googleblog.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Google Duplex<\/a> (ai.googleblog.com, 8. Mai 2018) \u2013 hat einen gro\u00dfen Einfluss auf die Bereitstellung mehrsprachiger technischer Multimedia-Inhalte. Ein verl\u00e4sslicher Sprachdienstleister w\u00e4re f\u00fcr diesen Fall der geeignete Partner, um das Unternehmen gem\u00e4\u00df der bew\u00e4hrten Praxis im jeweiligen Themenbereich zu beraten und zu unterst\u00fctzen, da er \u00fcber das Know-how und die Erfahrung verf\u00fcgt, hochwertige Lokalisierung in unterschiedlichen Formaten anzubieten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Paradigmenwechsel, Standardisiertes Vokabular<\/strong><\/h3>\n<p>Da Druckformate zunehmend verschwinden und in die digitale Welt \u00fcberf\u00fchrt werden, bedarf es einer neuen Art der Kontexterstellung. <a href=\"https:\/\/iirds.org\/iirds-a-short-introduction\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Der Standard iiRDS<\/a> (intelligent information Request and Delivery Standard) wurde 2016 entwickelt, um ein standardisiertes Vokabular f\u00fcr die technische Dokumentation zu erstellen. Auf der Grundlage von Metadaten kann es den Kontext zwischen Einzelthemen herstellen oder aus unterschiedlichen Optionen ein passendes Thema ausw\u00e4hlen. In der Praxis bedeutet die Anfrage und Bereitstellung intelligenter Informationen zwischen einzelnen, unabh\u00e4ngigen Unternehmen, dass z.\u00a0B. ein Servicetechniker genaue Anweisungen zur Vorgehensweise im Fall einer Fehlfunktion erhalten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Weniger ist mehr und Altinhalte<\/strong><\/h3>\n<p>Um gute Ergebnisse zu erzielen, sind f\u00fcr den pr\u00e4zisen Informationszugang unterschiedliche Datenpunkte notwendig. Durch zunehmende inhaltliche Komponenten und zugeh\u00f6rige Metadaten stellt die Datenqualit\u00e4t eine neue Herausforderung f\u00fcr technische Redakteure dar. Daf\u00fcr wird es wichtig sein, Duplikate einer stets wachsenden Inhaltsdatenbank auszusortieren sowie Metadaten in einem Prozess best\u00e4ndiger Verbesserungen zu konsolidieren. Da eine manuelle Qualit\u00e4tskontrolle aufgrund der Informationsmenge nahezu unm\u00f6glich ist, sollten Software-Tools f\u00fcr die Analyse und die Meldung der Datenqualit\u00e4t eingesetzt werden, um Texte mit \u00e4hnlichen Inhalten und falsche Metadaten-Eintr\u00e4ge aufzusp\u00fcren (tekom.de, 2017).<\/p>\n<p>W\u00e4hrend neue technische Inhalte unter Ber\u00fccksichtigung der Metadaten erstellt und f\u00fcr die kontextualisierte Bereitstellung vorbereitet werden, k\u00f6nnten n\u00fctzliche Altinhalte aufgrund des veralteten Formats vom Industrie 4.0-System \u00fcbersehen werden. Allerdings sind Unternehmen, die weder Zeit noch Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr die Umwandlung der derzeitigen Handb\u00fccher in intelligente Informationsquellen investieren wollen, auf neue Inhalte beschr\u00e4nkt \u2013 und die Unterschiede der Informationsqualit\u00e4t und der Zugangsmethoden k\u00f6nnen sich nachteilig auf die Nutzererfahrung auswirken (ceur-ws.org, September 2016). Die L\u00f6sung k\u00f6nnte in der k\u00fcnstlichen Intelligenz liegen, denn schon jetzt k\u00f6nnen Ans\u00e4tze des maschinellen Lernens verwendet werden, um Altdaten f\u00fcr Portale zur Bereitstellung von Inhalten aufzubereiten. Im Zusammenspiel mit einer menschlichen Qualit\u00e4tskontrolle w\u00e4re es somit m\u00f6glich, eine gro\u00dfe Anzahl von Dokumenten halbautomatisch zu verarbeiten und dabei \u00e4ltere Inhalte ebenso abzurufen und zu filtern wie neue Inhalte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Sch\u00f6ne neue Welt<\/strong><\/h3>\n<p>Trotz j\u00fcngster Innovationen m\u00fcssen diese Methoden fortschrittlicher technischer Entwicklung und Bereitstellung in den einzelnen Planungs- und Ver\u00f6ffentlichungsphasen erst in gro\u00dfem Ma\u00dfe umgesetzt werden. Um die verf\u00fcgbaren Produkte und Dienstleistungen besser zu finden und anzubieten, m\u00fcssen die technischen Inhalte der Zukunft so strukturiert werden, dass sie in Prozesse integriert werden k\u00f6nnen, die durch eine stetig wachsende F\u00fclle an Daten in intelligenten Fabriken angetrieben werden. K\u00fcnstliche Intelligenz und tiefes Lernen zur Verbesserung des Content-Managements m\u00fcssen zur Bereitstellung von Informationen in Erw\u00e4gung gezogen werden \u2013 f\u00fcr jeden, \u00fcberall und in jeder Sprache. Mit der Weiterentwicklung von Industrie 4.0 und den damit einhergehenden notwendigen \u00c4nderungen im Bereich der Erstellung und Ver\u00f6ffentlichung technischer Dokumentation, gehen die bevorstehenden Herausforderungen f\u00fcr technische Redakteure weit \u00fcber den neutralen Ton hinaus.<\/p>\n<p>Mit diesem Paradigmenwechsel \u2013 weg von dokumentbasierten Produkthandb\u00fcchern hin zu serviceorientierter Inhaltsaufbereitung \u2013 m\u00fcssen technische Redakteure methodische Konzepte wie Modularisierung und Metadaten-Modelle anwenden und sich im Bereich der entsprechenden Apps, Software und Lernprogramme gut auskennen. Als Experten im Bereich der metadatengest\u00fctzten Erstellung von Inhalten werden sie von Redakteuren zu \u201eWissensmanagern\u201c, die an der Schnittstelle von Produktion und IT arbeiten, um dynamische Inhalte bereitzustellen, die \u00fcber den derzeitigen Dokumentenrahmen hinausgehen (tcworld.info, M\u00e4rz 2018).<\/p>\n<p>Wenn Sie mehr dar\u00fcber erfahren m\u00f6chten, wie Sie die technischen Inhalte so innovativ und effektiv wie m\u00f6glich <a href=\"https:\/\/www.cpsl.com\/de\/service\/lokalisierung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">lokalisieren<\/a> k\u00f6nnen, <a href=\"https:\/\/www.cpsl.com\/de\/kontakt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">kontaktieren Sie uns<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Artikel der American Translators Association vom Juli 2013 wird darauf verwiesen, dass technische Handb\u00fccher in einem objektiven Ton geschrieben werden sollten, ohne dabei die Meinung des Autors abzubilden. 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