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14. Oktober 2026
LokalisierungDie EU-KI-Verordnung und mehrsprachige Inhalte: Menschliches Fachwissen im Mittelpunkt
Seit dem 2. August 2026 gelten unter der EU-KI-Verordnung neue Transparenz-Anforderungen bezüglich bestimmter Anwendungen von KI-generierten Inhalten. Was bedeutet das für die mehrsprachige Kommunikation in Ihrem Unternehmen?
Was war zuerst da – das Huhn oder das Ei? Im Vergleich zur rasanten Entwicklung der Technologie braucht es üblicherweise etwas länger, bis die dazugehörige Regulierung entwickelt und umgesetzt wird. Damit einher geht die Herausforderung, bereits bestehende KI-Lösungen zu regulieren und gleichzeitig weiteren Innovationen nicht im Wege zu stehen. Mit der Verabschiedung der EU-KI-Verordnung führt Europa eines der ersten umfassenden Rahmenwerke für künstliche Intelligenz weltweit ein. Die europäische KI-Verordnung verfolgt einen risikobasierten Ansatz, legt unterschiedliche Anforderungen für verschiedene Arten von Systemen fest und verbietet bestimmte Praktiken. Was bedeutet das nun für Unternehmen, die KI zur Erstellung mehrsprachiger Inhalte verwenden?
Mit den neuen KI-Tools haben sich schnell neue Anwendungsfälle ergeben, die aber auch mit neuen Risiken einhergehen. Ab 2024 hat die EU schrittweise die EU-KI-Verordnung umgesetzt. Dabei sind die ab 2. August 2026 in Kraft getretenen Transparenzanforderungen der bisher letzte wichtige Meilenstein. Wir sind als Sprachdienstleister im Bereich Übersetzung und Multimedia tätig und integrieren KI, Automatisierung und menschliches Fachwissen in unsere Lokalisierungsworkflows. Daher möchten wir beleuchten, was der Einsatz von KI in Workflows für mehrsprachige Inhalte aus rechtlicher, Governance- und Qualitätsperspektive bedeutet.
KI hat die Art und Weise verändert, wie mehrsprachige Inhalte verarbeitet werden. Verändert die Einhaltung der KI-Verordnung nun diese Regeln?
KI hat es ermöglicht, mehrsprachige Arbeitsabläufe und Automatisierungen zu schaffen, die Aktualisierungen von Websites und E-Commerce-Plattformen beschleunigen und einen schnelleren Informationsaustausch ermöglichen. Doch mit der zunehmenden Verbreitung von KI müssen Unternehmen auch berücksichtigen, wie sich diese Arbeitsabläufe in die EU-KI-Verordnung und deren risikobasierten Ansatz einfügen.
Gemäß Verordnung (EU) 2024/1689 werden KI-Systeme nach ihrem Risiko eingestuft, wobei für jede Risikogruppe verschiedene Anforderungen gelten. Praktiken mit inakzeptablem Risiko sind verboten, während Systeme mit hohem Risiko strengeren Anforderungen unterliegen, da sie erhebliche Risiken für Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechte darstellen können. Alle übrigen KI-Anwendungen werden niedrigeren Risikogruppen zugeordnet, die weniger Anforderungen erfüllen müssen.
Für mehrsprachige Arbeitsabläufe ist die Transparenz besonders relevant. Artikel 50 führt ab dem 2. August 2026 spezifische Transparenzpflichten für bestimmte KI-Systeme und KI-generierte Inhalte ein. Nutzer müssen beispielsweise informiert werden, wenn sie direkt mit KI interagieren und es muss sichergestellt werden, dass bestimmte KI-generierte oder von der KI bearbeitete Inhalte identifiziert werden können.
Was sagt die KI-Verordnung über KI-generierte Texte?
Der Schwerpunkt verschiebt sich nunmehr von „Kann KI diese Inhalte erstellen oder übersetzen?“ zu „Was passiert vor der Veröffentlichung?“. Gemäß Artikel 50 Absatz 4 müssen Betreiber von KI-Systemen, die Texte zur Information über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse generieren oder bearbeiten, offenlegen, dass der Inhalt künstlich erstellt oder bearbeitet wurde. Eine Ausnahme kommt dann zur Anwendung, wenn die Inhalte einer menschlichen Überprüfung oder einer redaktionellen Kontrolle unterzogen wurden und eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung für die Veröffentlichung trägt.
Der bedeutende Unterschied: KI-generierte Inhalte vs. von Menschen überprüfte Inhalte
Somit kommt der „menschlichen Überprüfung“ eine besondere Bedeutung zu. Es geht nicht lediglich darum, auf „Annehmen“ zu klicken, oberflächliche Rechtschreibprüfungen über den Text laufen zu lassen oder Grammatikfehler zu korrigieren.
Die Europäsiche Kommission stellt klar, dass eine menschliche Überprüfung eine sorgfältige Prüfung des Textinhalts durch Personen mit einschlägigem Fachwissen und professionellen Urteilsvermögen bedeutet. Eine redaktionelle Kontrolle bedeutet auch, die Befugnis zu haben, Texte aus inhaltlichen Gründen zu genehmigen, zu ändern oder abzulehnen. Dazu gehören auch Faktenchecks und die Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit von Quellen. Oberflächliche oder herkömmliche Kurzprüfungen wie Rechtschreib- oder Grammatikkorrekturen gelten nicht als menschliche Überprüfung oder redaktionelle Kontrolle. Mit anderen Worten: Das menschliche Urteilsvermögen muss, wenn es wirklich sinnvoll sein soll, in den Arbeitsablauf integriert werden.
Menschliche Überprüfung: Sicherstellen von kohärenten Inhalten, Rechenschaftspflicht und Einhaltung der KI-Verordnung
Mit der nun dank KI schnelleren Erstellung von Inhalten stellt sich die Frage, an welcher Stelle die menschliche Urteilskraft in den Arbeitsablauf einfließt. Allerdings geht es nicht nur um die Sicherstellung der sprachlichen Qualität. Die menschliche Überprüfung spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle der Zuverlässigkeit von KI-generierten Inhalten, der Identifizierung irreführender oder ungenauer Informationen, der Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit von Quellen und der Sicherstellung, dass die endgültige Botschaft für die Zielgruppe geeignet ist.
Bei mehrsprachigen Inhalten kombiniert man hierbei also Sprachkompetenz mit Faktencheck, Fachwissen und redaktioneller Urteilskraft. Hier kommt der KI-Governance eine besondere Bedeutung zu: Unternehmen müssen nicht nur verstehen, was die KI produziert, sondern auch, wer ihre Ergebnisse überprüft, wer ihre Veröffentlichung genehmigt und wer letztendlich die Verantwortung für die Informationen übernimmt, die über verschiedene Sprachen und Märkte hinweg kommuniziert werden.
KI-Transparenz bei Markenbotschaften: ein Risiko oder eine Chance?
Untergräbt oder stärkt es das Vertrauen, wenn das Zielpublikum erfährt, dass die KI eingesetzt wurde? Transparenz kann Vertrauen aufbauen, wenn das Zielpublikum versteht, an welcher Stelle die KI hinzugezogen wurde und wer das Endergebnis gegenliest, ändert, ablehnt oder genehmigt. Aber damit es noch nicht getan.
KI-Wasserzeichen könnte man künftig auch häufiger begegnen. Im August 2026 kündigte Anthropic an, dass zukünftige Claude-Modelle Wasserzeichen im Text verwenden würde, um festzustellen, ob Claude an der Erstellung von Texten einschließlich deren Übersetzung beteiligt war. Das Wasserzeichen ist so beschaffen, dass es für Leser unsichtbar ist und der Inhalt selbst nicht verändert wird. Für Unternehmen stellt sich damit die wichtige Frage: Werden Transparenz und menschliche Rechenschaftspflicht durch die leichtere Erkennung KI-generierter Inhalte und die Offenlegungspflicht ein integraler Bestandteil der Content-Strategie?
Verwirrt? Vertrauen Sie beim Thema KI-Compliance auf den hybriden Ansatz von CPSL: Unsere Erfahrung mit Automatisierung, Post-Editing maschineller Übersetzungen (MTPE) und KI-Arbeitsabläufen, kombiniert mit menschlicher Erfahrung und Standards wie ISO 18587, hilft Unternehmen dabei, Effizienz mit Qualität, gründlicher Kontrolle und Rechenschaftspflicht in Einklang bringen. Durch die stetige Weiterentwicklung von KI-Vorschriften besteht der richtige Ansatz darin, Innovation mit der richtigen Kontrollstruktur und der menschlichen Überprüfung zu verbinden. Sprechen Sie uns an.
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